Mit Zinn löten: saubere und belastbare Lötstellen
Grundwerkstoff und zinnhaltiges Lot abstimmen
Mit Zinn löten bedeutet in der Praxis meist Weichlöten mit einem zinnhaltigen Lot. Reinzinn ist nicht automatisch die beste Wahl. Zusammensetzung und Arbeitstemperatur des Lotes müssen zum Grundwerkstoff, zur späteren Betriebstemperatur, zur mechanischen Belastung und zu geltenden Stoffbeschränkungen passen. Bleihaltige Lote dürfen nicht ohne Prüfung der gesetzlichen und anwendungsspezifischen Anforderungen eingesetzt werden.
Eine Lötstelle trägt durch Benetzung und geeignete Fugengeometrie. Sie entsteht nicht dadurch, dass möglichst viel Lot auf eine kalte oder oxidierte Oberfläche aufgebracht wird. Die Fügeflächen müssen metallisch sauber, fettfrei und passend vorbereitet sein. Der Lötspalt soll das Fließen des Lotes unterstützen, ohne die Verbindung unnötig zu schwächen.
Flussmittel und Wärme kontrollieren
Das Flussmittel wird nach Grundwerkstoff, Lot und Verfahren ausgewählt. Es entfernt oder begrenzt Oxide während des Lötens, ersetzt aber keine gründliche Reinigung. Übermäßige Wärmeeinbringung kann Flussmittel verbrennen, Oxidation fördern, Bauteile verziehen oder den Werkstoffzustand verändern. Nach dem Löten sind korrosiv wirkende Rückstände entsprechend den Herstellerangaben zu entfernen.
Für einzelne Werkstoffe gelten zusätzliche Besonderheiten. Dazu gehören das Weichlöten von Messing, das Löten von Kupferrohren und das Löten von Silber. Verfahren und Lot dürfen nicht ungeprüft von einem Grundwerkstoff auf einen anderen übertragen werden.
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